Garten die Erste – der Wildnis Herr werden

Ausgangszustand

In dem folgenden Zustand haben wir den Garten bzw. die Wildnis hinter unserem Haus vom “Vorbesitzer” übernommen:

 

Grobe Vorarbeiten

Als erstes habe ich die Auswüchse des Walnussbaums grob entastet und dann ab einer Höhe von einem Meter erst einmal abgeschnitten (Idee war die restlichen Wurzeln mit dem Rest vom Stamm auszuziehen).
Anschließend habe ich den Japanischen Staudenknöterich ausgerissen, welcher wirklich einer Wildnis ähnelte mit seinen Auswüchsen von zwei Metern Höhe (zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, was das für ein Sauzeug das ist).
Aus dem Baumarkt hatte ich mir eine Art Roundup (gleicher Wirkstoff “Glyphosat”) gekauft, um einmal einen Grund in die Sache zu bringen.
Dieses habe ich mit dem entsprechenden Mischungsverhältnis in unsere Blumenspritze gefüllt und an einem windstillen und sonnigen Tag mit Atemschutzmaske, langer Hose und auch geschlossenen Schuhen (ja, ich habe mich absichtlich gegen die Sicherheits-Flip-Flops ausgesprochen) ausgebracht.
!!Diese Vorkehrungen sollten getroffen werden, da Glyphosat hoch krebserregend ist!!
Ich habe mir immer einen ca. zwei Meter breiten Streifen genommen und diesen benebelt. Auch bin ich extra vom Rand meines Grundstücks (gerade in Richtung benachbarter Koppel) etwas fern geblieben, da ich auch die Pferde nicht gefährden wollte.
Anschließend hieß es einige Tage (bei mir waren es zwei Wochen) abwarten bis alles braun wird. Ich hatte mir in der Zwischenzeit eine Motorhacke organisiert (eine alte Holder H110, welche jedoch einen Tecumseh Motor bekommen hat) und habe damit stundenlang gefräst. Längs /quer /längs /quer…..
Insgesamt war dies eine ziemlich Drecksarbeit, da der Boden über die Jahre doch gut verwachsen war und die Motorhacke relativ leicht war – hier macht es vielleicht Sinn etwas Geld in die Hand zu nehmen und bei einem Maschinenverleih eine Fräse zu leihen (Kostenpunkt um die 50 € für einen Tag).
Anbei an Bild nach etlichen Stunden Arbeit (der Taube scheint es zu gefallen, da wohl einiges Nahrhafte auch mit an die Erdoberfläche gekommen ist):
Taube freut sich über Würmer
Ich habe zumindest auf Ebay Kleinanzeigen noch eine Agria 2400 gefunden, wo der Besitzer jedoch nichts zum Zustand sagen konnte, außer das sie mal lief und dann verliehen wurde und wahrscheinlich falsch betankt wurde (ist ein Zweitakter, welcher mit einem Benzin-Öl-Gemisch betankt werden muss). Hatte den Fehler jedoch schnell gefunden und auch behoben und dann mit dieser Fräse noch kurz vor dem Einsäen gefräst und das ging durch wie warme Butter (fast 100kg Eigengewicht und 8 PS gegenüber 25-30kg und etwa 3PS).
Durch den letzten Arbeitsgang mit der Agria Fräse war die Erde bzw. das Unkraut zum Glück alles so klein, dass ich nur noch einmal mit der Harke drüber gegangen bin, um die letzten größeren Stücke abzuharken und den “Acker” einzuebnen. Wer noch etwas zur Agria 2400 lesen möchte, kann sich den Blogbeitrag dazu ansehen: Agria 2400 Ilo 252 Motor restauriert

 

Enderergebnis der ersten Gartenarbeiten

Hier noch ein Bild vom finalen Boden des Gartens – nun kann ich zumindest behaupten, dass ich der Wildnis in meinem Garten Herr geworden bin:
Garten nach dem Fräsen

Im Internet habe ich noch einige schöne Bilder zum Japanischen Staudenknöterich gefunden und wie eine solche Wildnis wirklich aussehen kann. Von komplette Bachläufen und Eisenbahnstrecken, die zugewachsen sind, bis hin zu Häuserfronten, die nicht mehr sichtbar waren. Auch viele Nachbarn erfreuten sich immer wieder den Auswüchsten des Knöterichs, da dieser ein sehr weit verbreitetes Wurzelreich (Rhizomen) ausbildet.
Bei mir war zumindest der Abschluss der ersten Gartenvorbereitungen erreicht….
Hier geht’s weiter zum zweiten Teil – wie ich die Randsteine gesetzt habe und die Vorbereitungen für Strom erledigt habe

This article has 4 Comments

  1. Ich weiß was für eine Arbeit das alles ist. Wir hatten ca. 1000m² garten aber mussten alles rausnhemen und neuen Mutterboden wieder einbauen. 4 Große Bäume mussten leider weichen und das alles am heisesten Tag des Jahres :D. Also meinen Respekt sieht wirklich gut aus :).

    1. Hallo Marleen,
      gegenüber eurem Garten war es bei mir ja nur ein kleiner Vorgarten.
      Gerade große verwurzelte Bäume sind spaßig bei der Beseitigung.
      Gruß Marcel

  2. Hallo Marcel,
    das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Ich beschäftige mich auch leidenschaftlich mit der Pflege und dem An- bzw. Ausbau meines Gartens und meines Vorgartens. Ich nutze eine kleine Gartenfräse zum Auflockern meines Beetes. Vor nicht allzu langer Zeit verwendete ich dafür noch eine Schaufel und eine Harke. Es spart mir wirklich sehr viel Zeit. Ich will dieses Gerät nicht mehr vermissen.

    Gruß Martin

  3. Puh, da habt ihr ja ganze Arbeit geleistet! Wenn ich mir neuere Bilder so anschaue und dann das hier, wird mir ja ganz schwindlig. Als ich damals den Garten auf Vordermann bringen musste, habe ich alles an Werkzeug gebraucht, was es so gibt. Bin als erstes mit meiner Lidl Heckenschere in den garten spaziert… Das hat mir das Kraut und Rüben Gewächs im Garten sehr schnell ausgetrieben.
    Dann folgten Motorsäge (mit einem Kurs zum Geburtstag), Heckenscheren in allen möglichen Größen – vor allem die Haselnuss war bei uns ein harter Brocken.

    Mittlerweile haben wir eine kleine Oase. Der Weg ist zwar das Ziel, aber das Ziel ist auch nicht zu verachten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert