Güde RADIALKAPPSÄGE GRK 254 BS – 55252 getestet

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Im heutigen Beitrag darf ich euch ein neues “Männer-Spielzeug” in meiner Werkstatt vorstellen: die Güde Radialkappsäge GRK 254 BS.

Auch wenn die Säge unter der etwas exotischen Bezeichnung “Radialkappsäge” vertrieben wird, so handelt es sich um eine Kapp- und Gehrungssäge mit Zugfunktion, welche vielen wahrscheinlich ein geläufiger Begriff sein sollte. Gerade für den sauberen Schnitt von Holz ist die Güde GRK 254 BS die ersten Wahl. Dabei ist es egal, ob es z.B. ein 90 x 90 mm Pfosten für einen Unterstand ist oder auch das gute Eichenparkett, welches in der Länge eingekürzt werden muss. Muss die dazu passende Sockelleiste auch noch im 45° Winkel für einen sauberen Stoß eingekürzt werden, dann könnt ihr dies mit dieser Kappsäge gleich mitmachen.

Technische Daten

Bevor wir uns die Güde Radialkappsäge GRK 254 BS in der Verpackung und auch im Einsatz anschauen, gibt es noch ein paar technische Daten:

Bezeichnung Güde GRK 254 BS
Schnittbereich (90°/90°) 340 mm / 98 mm
Schnittbereich (90°/45°) 340 mm / 56 mm
Schnittbereich (45°/90°) 230 mm / 98 mm
Schnittbereich (45°/45°) 230 mm / 56 mm
Sägeblattdurchmesser 254 mm
Sägeblattbohrung 30 mm
Anzahl Zähne 60
Leistung 2000 W
Drehzahl 4.500 U/min
Kabellänge xxxx
Gewicht (netto) 16,4 kg
Gewicht (brutto) 19,3 kg
Abmessungen (L x B x H) 1.040 x 560 x 730 mm

Zu den genannten technischen Daten noch ein paar Highlights des Produkts:

  • Laser
  • Werkstattklemme
  • beidseitig schwenkbarer Sägekopf
  • Zugfunktion
  • Spanauffangsack und Anschluss für Sauger

Auspacken der Güde Radialkappsäge GRK 254 BS und Lieferumfang

In meinem Fall ist die Güde Radialkappsäge sicher und gut verpackt mittels Transportunternehmen geliefert worden. Das folgende Bild zeigt den sehr großen Karton:

Öffnet man die Kartonage, fällt einem direkt auf, dass diese so groß sein muss, da die Säge schon endmontiert ist und wirklich nur noch einige wenige Teile montiert werden müssen, welche nicht zwangsläufig benötigt werden:

Wie das linke Bild teilweise zeigt, ist etwas an Zubehör dabei. Zunächst einmal eine klassische Bedienungsanleitung, welche mehr oder weniger fast ausschließlich mit Bedienungshinweisen in unterschiedlichen Sprachen, unter anderem auch in deutscher Sprache, daher kommt. Des Weiteren sind Kohlebürsten für den Austausch vorhanden (sehr vorbildlich), welche bei Elektrogeräten mit einem Bürstenmotor schon als Verschleißteil zu sehen sind. Das benötigte Sägeblatt ist bereits vormontiert. Zusätzlich findet sich auch ein Spanauffangsack im Lieferumfang, der im Einsatz für ein bisschen mehr Sauberkeit sorgt. Darüber hinaus hatte ich noch einen Sechskantschlüssel sowie zwei AAA-Batterien im Karton, deren Funktion sich mir (anfangs) nicht erschlossen hat.

Aufbau der Güde Radialkappsäge

Anschließend die Säge an dem Haltegriff aus der Kartonage geholt und ab damit auf die Werkbank. Was dabei direkt auffällt und wahrscheinlich auch vielen nicht bewusst ist, dass die Säge nach hinten doch einiges an Platz braucht und das Gestänge der Zugfunktion ein gutes Stück nach hinten heraus ragt. Dementsprechend ist eine Kappsäge mit Zugfunktion nichts für die kleine und womöglich zugemüllte Werkbank – natürlich ist meine Werkbank immer aufgeräumt; ich habe nur mein eigenes Ordnungssystem 😉

Güde Radialkappsäge

Ich habe zum Glück genau mittig auf der Werkbank einen Aussparung in Form einen Fensters. Dementsprechend habe ich einfach ein paar Kanthölzer und ein Brett drunter gelegt und schon kann ich meine Güde Radialkappsäge auch relativ weit hinten auf der Werkbank positionieren, sodass ich vor der Güde Radialkappsäge auch noch ein paar Kanthölzer oder Bretter ablegen kann.

Im Lieferumfang ist ein Spänefangsack enthalten, dieser muss noch aufgesteckt werden. Habt ihr einen Spänesauger oder einen Allessauger – siehe Beitrag zum Starmix – dann kann man diesen sehr gut daran anschließend.

Die beiden seitlichen Ablagen müssen noch in die Güde Radialkappsäge eingesteckt werden, zuvor muss jedoch auf jeder Seite noch eine Schraube gelöst und anschließend wieder fixiert werden. In dem zweiten Bild ist unterhalb der abgebildeten Hand die Schraube zu sehen:

Anfangs war ich etwas verwundert, wofür doch die beiden AAA-Batterien im Lieferumfang sind. Jedoch habe ich beim Stöbern der Bedienungsanleitung festgestellt, dass diese für die Nutzung des Lasers eingesetzt werden müssen. Dazu wird einfach die Klappe auf der Oberseite geöffnet, dort die beiden Batterien eingesetzt und schon kann der Laser genutzt werden.

Im Lieferumfang ist noch ein Sechskantschlüssel enthalten, welcher wahrscheinlich zur Feineinstellung der Gehrungsschnitte genutzt werden soll. Problem an der Sache ist jedoch, dass dieser in der falschen Größe beiliegt. Hier sollte Güde nachbessern oder mir wurde einfach der Falsche beigelegt – wer weiß.

Bedienung der Güde GRK 254 BS

Bitte beachtet, dass ihr bei der Bedienung bzw. Benutzung der Säge auf jeden Fall einen Gesichtsschutz und auch einen Gehörschutz tragen solltet. Gerade, weil doch sehr viele Späne irgendwo landen und nicht im Späneauffangsack, ist meiner Meinung nach auch eine Brille Pflicht. Es sei denn, man kann sich nichts Schöneres vorstellen als am Wochenende in der Notaufnahme zu sitzen und sich einen Holzsplitter oder Stück Späne aus dem Auge pflücken zu lassen. 😉

Da es sich bei der Güde GRK 254 BS um eine Kapp- und Gehrungssäge mit zusätzlicher Zugfunktion handelt, gibt es gerade bei der Bedienung doch eine Reihe von Sachen zu beachten.

An einem separaten Schalter wird der Laser einschaltet:

Laser der Güde Radialkappsäge GRK 254 BS

Die grundsätzliche Bedienung erfolgt über den Griff, welcher im vorderen oberen Bereich angebracht ist. Dabei lässt sich die Säge mit einer Hand bedienen. Zum Starten der Säge wird mit dem Daumen der im folgenden Bild markierte Knopf eingedrückt und anschließend mit der drei Fingern, welche den Griff umschließend, die Säge gestartet:

Nun kann man den Daumen wieder lösen und hält mit den drei Fingern, welche den Griff umschließen, die Säge am Laufen. Möchte man nun das Sägeblatt absenken, so muss noch der Schutz des Sägeblatts entriegelt werden. Dazu wird mit dem Daumen der im folgenden Bild abgebildete Mechanismus betätigt und schon kann man das Sägeblatt senken.

Hört sich insgesamt schwieriger an als es letzten Endes ist. Wenn man es zwei- oder dreimal gemacht hat, geht es spielend von der Hand und funktioniert auch sehr zuverlässig. Hebt man das laufende Sägeblatt wieder an, dann schließt der Schutz des Sägeblatts auch wieder automatisch und komplett.

Nun gibt es noch eine Reihe von Einstellmöglichkeiten:

Da die Zugfunktion in vielen Fällen nicht genutzt wird, gerade bei Dachlatten oder auch Vierkanthölzern, gibt es die Möglichkeit den Mechanismus mit einer Schraube zu fixieren. Dies hat den Vorteil, dass die Säge dadurch weniger Spiel hat und man das Sägeblatt einfach absenken kann ohne versehentlich die Funktion zu nutzen. Der große schwarze Knauf in dem folgendem Bild zeigt dabei die Feststellmöglichkeit.Arretierung Zugfunktion der Güde Radialkappsäge GRK 254 BS

 

Nutzt man die Zugfunktion, dann löst man einfach die Schraube und kann den Kopf an dem Griff sehr einfach nach vorne ziehen. Anschließend einfach Säge einschalten, den Schutz des Sägeblatts entsichern und den Kopf absenken. Nun wird der Sägekopf nach hinten geschoben und man erhält einen sehr gleichmäßigen Schnitt, wie die beiden folgenden Bilder zeigen:

Möchte man nur die Zugfunktion nutzen, dann kann man das  Sägeblatt entsprechend festsetzen. Dies geht über die folgende Schraube auf der rechten Seite. Ebenso gibt es auch die Möglichkeit, dass die Schraube beim vollständigen Absenken des Kopfes einrastet:

Möchte man nun für eine Blattverbindung die entsprechenden Holzteile zurecht sägen, dann kann man dies entweder mit der Kreissäge machen oder man nutzt dafür die Schnitthöhenbegrenzung der Güde Radialkappsäge GRK 254 BS. Dabei wird dies über die folgende Einstellschraube und den abgebildeten Mechanismus gemacht:

Grundsätzlich funktioniert dies, jedoch ist die Bedienung nicht gerade optimal. Schön wäre hier ein werkzeugloser Mechanismus, wie er ansonsten an den restlichen Einstellmöglichkeiten, welche viel genutzt werden, verbaut ist.

Will man nun auf Gehrung sägen, dann gibt es entweder die Möglichkeit den Werktisch zu verstellen oder den Sägekopf zu kippen. Der Sägekopf kann über eine Schraube an der Rückseite fixiert oder auch gelöst werden:

Will man nun den Tisch der Güde Radialkappsäge verstellen, dann löst man dazu die Schraube vorne am Tisch und kann anschließend den Tisch frei bewegen. In den Bereich -45°, -22,5°, 0°, +22,5° und 45° rastet der Tisch merklich ein. In die anderen Positionen lässt sich dieser aber ebenso bewegen:

Genauigkeit

Im Bereich Genauigkeit habe ich unterschiedliche Aspekte betrachtet. Auf der einen Seite die Genauigkeit eines Längsschnitt, welcher auf die Zugfunktion abzielt. Darüber hinaus den Gehrungsschnitt bei 0° und bei 45°, da diese die üblichen Gehrungsschnitte sind. Alles dazwischen muss meiner Meinung nach erst an einem Probestück ausprobiert werden, da die Anzeige wie auch bei anderen Sägen üblicherweise nicht genau genug ist und man dann z.B. bei 22,5° irgendwas zwischen 25° und 27° hat.

Gerade vor der ersten Verwendung sollte diese sauber eingestellt werden, ansonsten hat man ein Ergebnis, welches nicht 45° ist, wie das folgende Bild zeigt:

In meinem Fall musste ich den Kopf noch etwas weiter absenken. Somit kann ich bei einem 45° Schnitt die beiden Stück zu einem 90° Winkel zusammen legen:

 

Anschließend habe ich einfach mal ein Brett mit einer Breite von 300 mm 90°/90° abgesägt. Im Folgenden habe ich noch weitere Schnitte für den Test vorgenommen: ein 90er Kantholz 45°/90°, ein 50er Kantholz 90°/45° und ein Brett mit 200 mm 45°/90°. Die Ergebnisse habe ich jeweils gemessen bzw. versucht, die Genauigkeit mit einer Winkellehre, einem Schreinerwinkel und Zollstock auf Genauigkeit zu überprüfen. Das folgende Bild zeigt z.B. wie genau doch sowohl der Laser funktioniert. Das Sägeergebnis ist ebenso:

Genauigkeit der Güde Radialkappsäge GRK 254 BS

Sowohl die Genauigkeit der Gehrungseinstellung als auch der saubere Schnitt haben mich doch etwas zum Staunen gebracht. Ich hätte nicht gedacht, dass ich insgesamt ein so gut Ergebnis damit hin bekomme.

Verarbeitung

Ich muss gestehen, dass ich für den Preis von ca. 150 € im Bereich der Verarbeitung nicht allzu viel erwartet habe. Es gibt Alternativen von anderen Herstellern, die ebenfalls in diesem Preissegment liegen. Möchte man ein Gerät aus dem handwerklichen Bereich mit entsprechender Verarbeitungsqualität, ist man schnell den doppelten oder dreifachen Preis los (bei ähnlicher Schnittleistung).

Gerade im Bereich der Verarbeitung setzt Güde mit der Radialkappsäge an vielen Stellen auf Stahl oder Aludruckguss und dementsprechend ist diese auch massiv gebaut. Bestandteile, welche theoretisch mit dem Sägeblatt in Verbindung kommen könnten, sind aus Kunststoff gefertigt. Hier ist beispielsweise der Schutz des Sägeblatts zu nennen oder auch die Einlage, welche die schwarze Kunststoffplatte ist, in die das Sägeblatt eintaucht.

Grundlegend klappert auch nichts an der Säge. Anzumerken ist allerdings, dass sowohl die Haltevorrichtung, um das Werkstück einzuspannen, als auch der Schlitten, an den das Werkstück angelegt wird (nur die rechte Seite), zu viel Spiel haben. Dabei funktionieren jedoch beide Systeme problemlos und das Werkstück liegt dennoch sauber an.

Bisher funktioniert die Zugfunktion wirklich sehr flüssig – ich bin gespannt, wie lange ich daran Spaß haben werde.

Das verbaute Sägeblatt macht selbst bei Hartholz nicht die Grätsche. Sollte dieses jedoch mal abgenutzt sein oder ich mehr Grobschnitte machen müssen, dann wird man relativ einfach ein neues Sägeblatt eines Herstellers der Wahl kaufen können. Hier kann auf ein gewöhnliches Sägeblatt mit 254 mm Durchmesser und 30er Bohrung zurück gegriffen werden. Das folgende Bild zeigt die sehr scharfen Zähne selbst nach einigen dicken Eichenbohlen:

Güde Radialkappsäge GRK 254 BS Sägeblatt

Fazit

Wie in der Bedienungsanleitung bereits geschrieben wird, so hat Güde gar nicht erst den Anspruch den professionellen handwerklichen Einsatz mit diesem Gerät abzudecken. Vielmehr würde man hier zu Geräten von Makita, Metabo, Bosch und Konsorten greifen. Die Güde GRK 254 BS ist eher für den privaten Einsatz gemacht und dabei für Personen, die auch auf das Geld schauen. Mit nicht einmal 150 € bekommt man meiner Meinung nach schon wirklich sehr gute Schnittergebnisse hin.

Grundlegend gibt es noch an der einen oder anderen Stelle etwas Optimierungspotenzial. Schön wäre es z.B. wenn sich der Laser aus der Stromzufuhr des Netzsteckers bedienen würde und man nicht auf Batterien angewiesen wäre. Der genannte wackelige Anschlag und auch die wackelige Fixierung schmälern leider das Ergebnis ein wenig. Gerade ohne Alles- oder auch Spänesauger würde ich die Güde Radialkappsäge nicht bedienen, wenn man sich nicht gerade in der Werkstatt befindet, da dies ansonsten wie folgt aussieht:

Güde Radialkappsäge GRK 254 BS Spänemassaker

Alles in allem ist es jedoch eine gute und günstige Säge für den gelegentlichen Einsatz mit einer hohen Schnittkapazität. Aktuell gehe ich davon aus, dass ich daran lange Spaß haben werde. Sollte dies nicht der Fall sein, werde ich hier entsprechend ergänzen. Sollte dennoch mal etwas kaputt gehen, so kann man Ersatzteile auch nach Ablauf der Garantie sehr gut bei Güde direkt beziehen.

 

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