DB Weissenstein Test des TT 1800 MMA WIG Schweißgerät

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In den letzten Wochen habe ich mir das Schweißgerät DB Weissenstein TT 1800 angeschaut. Ein Schweißgerät, mit dem sowohl Elektrode (MMA) als auch WIG (TIG) geschweißt werden kann. 

DB Weissenstein Schweißgerät

Lieferumfang des DB Weissenstein Schweißgerät

Der Lieferumfang ist für ein Schweißgerät dieser Preisklasse doch sehr gut. Neben dem eigentlichen Schweißinverter ist noch folgendes Zubehör mit im Lieferumfang enthalten:

  • Koffer aus Kunststoff
  • Massekabel
  • Elektrodenhalter für Stabelektroden
  • Schlauchpaket WIG
  • Gasleitung für Schutzgas inkl. Schlauchstellen
  • Zubehör für den WIG-Brenner
  • Bedienungsanleitung (englisch)

Um mit dem Schweißgerät starten zu können, fehlen euch für das Elektrodenschweißen noch Stabelektroden – meine Empfehlung bzw. persönliche Vorliebe sind RR12 Stabelektroden. Ich nutze z.B. die Phönix grün von Böhler Welding, welche ihr direkt unter dem folgenden Link bei Amazon kaufen könnt (Achtung Partnerlink):

Für das Schutzgasschweißen WIG bzw. TIG braucht ihr noch die passenden Wolframelektroden. Meine erste Wahl sind hier goldene Wolframelektroden, die als Allzweckwaffe dienen und dabei sowohl per Gleich- als auch per Wechselspannung geschweißt werden können. Also schnell ein paar Wolframelektroden in 1,6 mm, 2,0 mm und 2,4 mm Durchmesser gekauft und noch das passende Schutzgas und den passenden Druckminderer. Als Schutzgas verwende ich Argon 4.6, welches ich beim örtlichen Händler problemlos bekomme. Damit kannst du mühelos Baustahl, Edelstähle oder auch Aluminium schweißen.

Technische Daten des MMA / WIG Schweißgeräts

Das Gerät kann an einer haushaltsüblichen Steckdose betrieben werden und es ist sogar möglich diesen an einem Stromgenerator zu betreiben, wenn dieser eine Nennleistung von mindestens 6 kW hat.

DB Weissenstein bietet neben dem hier getesteten Modell DB Weissenstein TT 1800 noch ein Modell mit etwas mehr Dampf an. Dieses hört auf die Bezeichnung TT 2000 und damit kann längere Zeit bei der selben Stromstärke geschweißt werden bzw. kann man sogar höhere Stromstärken am Schweißgerät einstellen. Ich habe die technischen Daten ebenso mit in der folgenden Tabelle aufgenommen:

BezeichnungDB Weissenstein TT 1800DB Weissenstein TT 2000
Einstellbereich Elektrode/MMA10 – 160 A10 – 170 A
Einstellbereich WIG/TIG10 – 180 A10 – 200 A
Leistungsaufnahme Elektrode/MMA5,1 kW5,4 kW
Leistungsaufnahme WIG/TIG3,4 kW4,5 kW
Einschaltdauer40 % – 180 A
100 % – 114 A
50 % – 200 A
100 % – 145 A
SchutzklasseIP23
Abmessungen (L x B x H) 400 x 140 x 203 mm
Gewicht8,0 kg8,5 kg
Elektrodendurchmesser Elektrode/MMA1 – 5 mm
Elektrodendurchmesser WIG/TIG1 – 3,2 mm

Und noch ein Highlight zum Gerät bzw. zu beiden Geräten. Gerade beim Elektrodenschweißen würde man ohne Hot-Start erhebliche Probleme beim Zünden haben. Hinzu kommt Arc-Force, womit einzelne Tropfen des geschmolzenen Materials von der Elektrode leichter auf das Werkstück übergehen und dabei den Lichtbogen fokussieren. Klebt die Elektrode trotzdem mal am Werkstück, weil man nicht feinfühlig genug war oder die Elektrode nicht schnell genug bewegt hat, hilft Anti-Sticking beim Lösen der Elektrode. Gerade bei WIG Schweißgeräten dieser Preisklasse sucht man oft vergeblich die Einstellmöglichkeit der Gasnachströmzeit – hier von 0-7 Sekunden möglich – als auch das kontinuierliche Absenden der Stromspannung. Dadurch ist es möglich einer “Kraterbildung” entgegen zu wirken und im Endbereich eine schöne gleichmäßige Schweißnaht zu haben.

Bedienung des DB Weissenstein Schweißgerät

Die Bedienung des DB Weissenstein Schweißgeräts TT 1800 ist denkbar einfach und bedarf keiner Bedienungsanleitung. Zum Elektrodenschweißen einfach Massekabel und Elektrodenhalter gemäß der zu verwendenden Elektrodenart anklemmen, Strom einschalten, Stromstärke einstellen und schon kann es los gehen. (Kleiner Hinweis als Faustregel für die Anfänger: Elektrodenhalter am Minus-Pol, Massekabel am Plus-Pol, außer bei basischen Elektroden).

Nachdem ihr das Schweißgerät mit dem Stromnetz verbunden habt, wird es über den rückseitigen Stromschalter in Betrieb genommen. Neben dem Stromschalter befindet sich auch der Anschluss für den beiliegenden Gasanschluss zum WIG Schweißen, wie das folgende Bild verdeutlicht:

DB Weissenstein Schweißgerät

Danach kann die Bedienung über das Bedienfeld auf der Vorderseite erfolgen. Über den Kippschalter wählt man zunächst den Betriebsmodus des Geräts. Hier kann entweder zwischen einer 4T oder 2T Bedienung zum WIG Schweißen gewählt werden oder Elektrodenschweißen MMA. Der Unterschied zwischen 2T und 4T liegt in der Bedienung des WIG Brenners. Bei der 2T(akt) Bedienung muss der Schalter am Brenner dauerhaft gedrückt werden, damit der Lichtbogen bestehen bleibt. Bei der 4T(akt) Bedienung wird der Schalter gedrückt und der Lichtbogen zündet und brennt dauerhaft. Man kann den Schalter nun los lassen und der Lichtbogen bleibt bestehen. Drückt man nach einiger Zeit den Knopf erneut, dann wird der Schweißstrom abgesenkt bis der Lichtbogen “erlischt”. Zum Punkten eignet sich z. B. sehr gut die 2Takt Bedienung und wenn man längere Schweißnähte schweißt, dann zur Schonung der Hand bzw. des Fingers die 4Takt Bedienung.

DB Weissenstein Schweißgerät Bedienung

Habt ihr euch für ein Schweißverfahren entschieden, dann kann man an dem linken Drehregler die Stromstärke einstellen. Das DB Weissenstein TT 1800 hat einen Amperebereich von 10 bis 160 A für Stabelektroden und 10 bis 180 A für das WIG Schweißen.

Die beiden Drehregler daneben sind lediglich für das WIG Schweißen. Der Drehregler mit der Aufschrift “DOWN SLOPE” stellt den Zeitraum ein, indem die Stromstärke langsam und kontinuierlich abgesenkt wird. Dies verhindert am Ende der Schweißnaht einen übermäßigen Einbrand – die sogenannte Kraterbildung. Der Drehregler mit der Bezeichnung “POST FLOW” ist für die Gasnachströmzeit, sodass die Schweißnaht noch eine gewisse Zeit von der Atmosphäre geschützt ist und auch geschützt auskühlen kann. Gerade diese beiden Regler bzw. damit einhergehenden Funktionen sucht man bei Geräten dieser Preisklasse bei vielen Herstellern vergeblich.

Die Bedienung des DB Weissenstein TT 1800 ist, wie bereits eingangs erwähnt, selbsterklärend und benötigt keinen großen technischen Hintergrund und ist auch für Neulinge des Schweißens in nur wenigen Minuten verinnerlicht.

Tests und Handhabung des DB Weissenstein Schweißgeräts im Alltag

Natürlich habe ich mir die Schweißleistung des Geräts auch mal in der Praxis angesehen und dabei sowohl auf die Handhabung als auch auf das Ergebnis in Form der Schweißnaht geschaut . Elektrode habe ich natürlich schon Etliches geschweißt, in letzter Zeit aber fast ausschließlich MAG oder WIG.

Für meinen Zweck habe ich sowohl 2,5 mm als auch 3,2 mm Elektroden RR12 von Böhler Welding mit der Modellbezeichnung Phoenix grün – wie einleitend bereits erwähnt – ausprobiert. Dabei habe ich sowohl anfangs einige Raupen auf einem dicken Blech gelegt und anschließend Kehlnaht geschweißt, ebenso eine unvorbereitete Stoßnaht. Die Stabelektroden können nicht nur rechtwinkelig in den Elektrodenhalter eingespannt werden, sondern auch im 45° Winkel. Dies ermöglicht es auch schwer zugängliche Positionen zu schweißen. Der Elektrodenhalter ist von der Verarbeitung dem Preis angemessen, aber man darf keine Wunder erwarten. Hier macht der Elektrodenhalter von meinem ESAB Rebel einen wesentlich hochwertigen Eindruck, wobei er natürlich in einer ganz anderen Preisklasse spielt. Gegenüber meinem ersten Elektroden Schweißgerät – einem Metabo SB 200 CT – ist der Elektrodenhalter natürlich ein Quantensprung. Hat man nun eine entsprechende Stabelektrode eingespannt, kann es auch los gehen. Sowohl Zündeigenschaften als auch Abbrennverhalten sind absolut vergleichbar mit meinem ESAB Rebel. Auch bekommt man einen sehr guten Einbrand bei beiden Schweißverfahren zu stande.

Ich habe schon einiges auch mit meinem ESAB Rebel mit dem WIG Schweißverfahren geschweißt und fand es doch immer etwas mühselig. Durch die LiftArc Zündung brennt regelrecht die Wolframelektrode merklich mit ab und das Schmelzbad wird dadurch verunreinigt. Dass dieser Unterschied doch wirklich so immens ist, hätte ich nicht gedacht und meine Empfehlung ist ganz klar bei der Wahl immer ein WIG Gerät mit HF Zündung. Es sei denn, man schweißt an elektrisch empfindlichen Geräten (z.B. einer Autokarosserie), dann kommt man zumindest beim WIG Schweißverfahren nicht um eine LiftArc Zündung herum.
Ich habe mir schnell eine WIG Stabelektrode mit dem Durchmesser 2,4 mm geschnappt, welche bereits geschliffen war, und habe versucht diese in den WIG Brenner einzuspannen. Und hier kam auch ein Problem des beiliegenden WIG Brenners zum Vorschein. Meine 2,4 mm Wolframelektrode wollte einfach nicht in die beiliegende Spannhülse passen. Ich habe einfach mal eine andere Spannhülse probiert und damit funktionierte es. Die kleine Spannhülse, welche dem Gerät beilag, funktionierte hingegen ohne Probleme. Anschließend alles soweit angeschlossen und zwei Stücke Flachstahl durch eine Kehlnaht verbunden. Wie das folgende Bild zeigt – auch wenn der Einbrand etwas viel ist – das Ergebnis kann sich sehen lassen.

WIG Schweißnaht DB Weissenstein

Am Ende der Schweißnaht lässt sich noch ein kleiner Tropfen erkennen, welcher durch Anpassung von “DOWN SLOPE” auch noch verringert werden kann.

Gerade das WIG Schweißen macht mit dem DB Weissenstein und der zuverlässigen Zündung richtig Spaß und ist aktuell definitiv meinem ESAB Rebel in dieser Hinsicht vorzuziehen. Durch die verbauten Schnellverschlüsse am WIG Brenner und dem dazugehörigen Datenkabel, Elektrodenhalter, Massekabel und auch Gasanschluss ist die Montage in nur wenigen Sekunden erledigt.

Fazit

Das DB Weissenstein Schweißgerät TT 1800 ist meiner Meinung nach ein gutes Beispiel dafür, dass es nicht immer das Markengerät sein muss und man auch mit günstigeren Geräte nicht nur akzeptable, sondern wirklich gute Ergebnisse erzielen kann – entsprechendes Können bzw. auch die Übung vorausgesetzt. Für ca. 400 € bekommt man ein Gerät, mit dem man sowohl für WIG DC als auch für das Lichtbogenhandschweißen (MMA) sowohl für Baustahl als auch Edelstahl sehr gut zu recht kommt und auch dickeres Material mit schweißen kann. Stabelektroden zünden zuverlässig und brennen gleichmäßig ab. Gefühlt funktioniert jedoch das WIG Schweißen sogar noch etwas besser. Die Hochfrequenzzündung macht richtig Spaß und funktioniert zuverlässig – ich hätte mir einfach nicht erträumen lassen wie viel besser eine gut funktionierende HF-Zündung gegenüber einer LiftArc Zündung ist. Verarbeitungsqualität als auch Bedienung des DB Weissenstein Schweißgerät TT 1800 spielen in dieser Preisklasse in der oberen Liga.

Denkt ihr selber über die Anschaffung dieses oder eines ähnlichen DB Weissenstein Schweißgeräts nach, dann könnt ihr dies entweder über den DB Weissenstein Webshop machen: http://dbweissenstein.de/ oder ihr kauft dies über einen der folgenden Links bei Amazon. Ich bekomme einen Teil der Amazon Provision, euch entstehen dadurch jedoch keinerlei Mehrkosten:

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