Datacolor ColorReader – Farbbestimmung im Handumdrehen

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“Noch nie war Farbbestimmung so einfach”, so oder so ähnlich lautet der Slogan mit welchem Datacolor sein neues Produkt, den Datacolor ColorReader auf den Markt bringen möchte. Inwieweit dieser Slogan stimmt oder nur reines Marketing-Tamtam ist, erfahrt ihr natürlich in diesem Beitrag. Dabei ist der Datacolor ColorReader ein elektronisches Werkzeug bzw. Messgerät zur Bestimmung von Farben.

Datacolor ColorReader

Um Farben zuhause zu bestimmen, habe ich mir vor etlichen Jahren mal einen klassischen Farbfächer gekauft. Dabei handelt es sich um einen RAL K7 Farbfächer, welcher 213 Farbtöne der RAL Classic Farbsammlung beinhaltet.

Dabei hat mir dieser Farbfächer immer wieder mal gedient: Sei es bei der Neulackierung oder auch Nachlackierung einen Gartenzauns, bei der Bestimmung der Farbe der Couch, um eine passende, sich nicht beißende Wandfarbe zu finden oder der Bestimmung des Farbe des VW T4 meiner Eltern, welcher nach etlichen Schweiß- und auch Entrostungsarbeiten lackiert werden musste (hier habe ich über den VW T4 berichtet).

Der Farbfächer ist dabei ein Stück “Werkzeug”, welches man im privaten und heimwerklichen Gebrauch nicht oft benutzt, der aber seine Daseinsberechtigung hat. Ist man jedoch als Maler- und Lackierer tätig, dann kann man fast täglich darauf zurückgreifen.

Ich hatte die Vorstellung, dass ich anstatt mit einem RAL Farbfächer nun mit dem Datacolor ColorReader durch die Gegend latsche und wie ein wilder und technik-begeisterte Heimwerker die unterschiedlichsten Farben bestimme. Voraussetzung dafür ist jedoch ein Android oder iOS Smartphone.

Technische Daten und verbaute Technik des ColorReaders

Mit seinen Abmessungen von nicht einmal 69 mm in der Länge und einem Durchmesser von nicht einmal 30 mm passt der Datacolor ColorReader mit seinen 40 Gramm in wirklich jede Hosentasche. Zur Bestimmung der Farbe sind insgesamt sechs CRI LEDs verbaut, welche über einen internen Akku betrieben werden. Der verbaute Akku, welcher laut Hersteller für 300 Messvorgänge ausreicht, kann über den MicroUSB Anschluss geladen werden. Dazu passend ist ein Ladekabel im Lieferumfang enthalten, welches einen USB A Anschluss hat und somit an jedem gewöhnlichen Handynetzteil oder auch USB Anschluss am Computer geladen werden kann. Um den Datacolor ColorReader nutzen zu können, benötigt man ein Tablet oder Smartphone. Die nötige Verbindung zwischen mobilem Endgerät und ColorReader wird mittels Bluetooth Low Energy Protokoll hergestellt.

Funktionsweise des Datacolor ColorReader

Um die grundlegende Funktionsweise des Datacolor ColorReaders zu verstehen, muss man schon wirklich sehr tief in die Farbenlehre bzw. den Farbraum Lab einsteigen. Dabei werden drei Werte für Lab angegeben. Betrachten wir den Farbton RAL 7016 – auch bekannt als Anthrazit-Grau. Dieser würde bei einer Farbmessung nach Lab (diese Werte werden auch in der ColorReader App angezeigt) die Werte L 25.93; a -1.87; b -3.38 ergeben.
Dabei steht der L Wert für die Helligkeit, bei einem L-Wert von 0 hätte man etwas ganz Dunkles, bei einem L-Wert von 100 etwas ganz Helles. Die Angabe für a steht für die Mischung aus Rot und Grün, wobei negative Werte für Grün und positive Werte für Rot stehen. Und der letzte Wert für b steht für die Mischung aus Blau und Gelb, wobei negative Werte für Blau und positive für einen erhöhten Farbwert für Gelb stehen. Klingt insgesamt vielleicht noch relativ einfach, aber wenn ihr euch den ColorPicker auf der folgenden Webseite anschaut, werdet ihr vielleicht verstehen wie “unlogisch” diese Farbbestimmung scheint, gerade dann wenn man z.B. aus dem Grafikprogramm Paint oder auch Photoshop den klassischen RGB ColorPicker gewohnt ist:

http://colorizer.org/

Man kann sich das erst einmal wie einen Kreis vorstellen, der mittig durch ein Koordinationsystem getrennt ist und an der X-Achse rot und grün steht, an der Y-Achse blau und gelb. Nun macht man aus diesem Kreis eine Kugel und als dritte Achse kommt der L-Wert mit schwarz und weiß hinzu.

Die Farbbestimmung selber funktioniert über die sechs verbauten LED und dann über die Bestimmung der zurückgeworfenen Wellenlänge. Dabei liegt der sichtbare Bereich von Licht von 380 nm (blau-violett) bis hin zu 780 nm (rot). Dazwischen liegen dann Farben wie Blau, Grün, Gelb und alle Abstufung davon. Das folgende Bild zeigt die LED Dioden, welche bei jeder Messungen leuchten. Um ein möglichst genaues Ergebnis zu erhalten, ist dabei auch wichtig, dass der Datacolor ColorReader möglichst nah und auf ebener Fläche bei der Messung steht:

Datacolor ColorReader LEDs

Einrichtung des Datacolor ColorReader

Bevor man nun wie ein kleines Kind mit dem ColorReader durch die Gegend läuft, muss man das kleine runde “Etwas” erst noch einrichten. Grundlegend kann der Datacolor ColorReader wie bereits erwähnt mit einem Android aber auch mit einem Apple Smartphone oder auch Tablet genutzt werden. Sowohl für die Android als auch iOS Version ist die App “Datacolor ColorReader” im jeweiligen App-Store zu finden. Dabei wird ein Smartphone oder Tablet mit mindestens Android 5.0 oder iOS 8.0 benötigt. Ebenso ist die Voraussetzung Bluetooth mit mindestens der Version 4.0 oder höher.
Die beiden folgenden Links verweisen direkt auf die App in dem jeweiligen App Store:

Google Play Datacolor ColorReader App

Apple iTunes Datacolor ColorReader App

Ist die App einmal installiert, muss die Verbindung zwischen der App (dem Smartphone) und dem Datacolor ColorReader eingerichtet werden.

Dazu wird die App gestartet und nach einer verpflichtenden Registrierung kann auch schon der Verbindungsaufbau mit dem ColorReader erfolgen.

Kleiner Exkurs: Bei der ersten Verwendung des Datacolor ColorReaders in Kombination mit meinen Lenovo Moto Z wollte einfach keine Verbindung zustande kommen. Bei der Verwendung mit einem iPhone oder auch anderen Smartphones oder Tablets funktionierte dies jedoch auf Anhieb. Da ich jedoch den Datacolor ColorReader mit meinem Lenovo Moto Z nutzen wollte, habe ich mich direkt an den Support gewandt und hier wurde mir auch sehr schnell geholfen. Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle an die netten Mitarbeiter, welche mir bei der Lösungsfindung geholfen haben.

Falls Bluetooth an eurem mobilen Endgerät noch nicht eingeschaltet ist, so werdet ihr nun dran erinnert dies doch bitte einzuschalten, da ansonsten keine Verbindung mit dem Datacolor ColorReader zustande kommen kann:

Datacolor ColorReader Einrichtung der App

Anschließend kann es auch schon mit dem Verbindungsaufbau losgehen. Hier wird der ColorReader angezeigt, wenn dieser bereits eingeschaltet ist. Dazu wird einfach der Knopf neben dem Ladegerät betätigt und schon leutet die grüne LED:

Danach könnt ihr euren ColorReader in der App auswählen und schon ist eine Verbindung hergestellt:

Nun ist es so, dass der ColorReader von Zeit zu Zeit immer wieder kalibriert werden muss. Dazu ist in der Schutzkappe eine Referenzfläche aufgebracht, die bestimmt wird und dann als interner Referenzwert für alle folgenden Messungen dient. Ebenso muss vor der ersten Verwendung eine solche Kalibrierung erfolgen, welche mit der Zeit immer wieder wiederholt werden sollte, um ein möglichst genaues Ergebnis zu ermitteln.

Auf dem obigen Foto kannst du die Referenzfläche erkennen. Die Kalibierung erfolgt über die App mittels Knopfdruck und dauert nicht einmal eine Sekunde. Danach kann der ColorReader nach Belieben in der App genutzt werden und dabei können auch noch einige Anpassungen in der App vorgenommen werden. So kann eingestellt werden, welche Farbpaletten man anzeigen möchte. Arbeitet man lediglich mit der RAL Classic Farbpalette, dann benötigt man nicht die Angabe zum NCS Farbton, auch wenn dieser vielleicht wesentlich besser passen würde.

Test des Datacolor ColorReaders mit Farbfächer

Da es als Laie doch sehr schwer zu beurteilen ist, ob ein solches Produkt mit der Farbbestimmung auch wirklich 100%ig richtig liegt, habe ich mir eine einfache Aufgabe überlegt. Ich habe schließlich zuhause einen Farbfächer liegen und lasse den Datacolor ColorReader einfach mal eine Reihe von Farben daraus bestimmen. Mein Anspruch dabei war, dass alle bestimmten Farben auch mit den Werten auf dem Farbfächer übereinstimmen. Sollte der Farbfächer schon durch Sonneneinstrahlung ausgebleicht sein, hätte dies für Ungenauigkeiten sorgen können – dies ist jedoch bei meinem RAL K7 Farbfächer nicht der Fall.

Ich habe wirklich etliche Messungen gemacht, wobei ich nicht alle 213 Farben durchgegangen bin, aber von jeder Fächerseite einfach willkürlich mindestens eine Farben gewählt habe. Dies macht bei insgesamt 44 Fächerseiten (42 mit jeweils fünf Farben (210), eine Seite mit einer Farbe (1) und eine Seite mit zwei Farben (2)) auch 44 Messungen. Dabei lag der Datacolor ColorReader bei wirklich keiner Messung falsch, was ich auf der einen Seite wirklich ein sehr beachtliches Ergebnis finde, auf der anderen Seite dies aber auch ein Stück weit erwartet habe bei einem solchen hochpreisigen Produkt.

Anwendung des ColorReaders im handwerklichen Alltag

Vor einigen Monaten war ich mit Frau und Kindern unterwegs und habe dabei eine Gartenbank gesehen, die in einem sehr coolen blauen Farbton gestrichen war und direkt das Bedürfnis erweckte: “Haben wollen”! Doch wie genau komm ich nun an diesen Farbton heran? Bei den Leuten, wo diese Bank vor der Haustür steht, klingeln und drauf hoffen, dass sie die Bank selber gestrichen haben und auch noch wissen mit welcher Farbe? Nein, da bin ich nicht der Typ für und es ist mir auch nicht wichtig genug. Ich hatte in der Zwischenzeit die Idee einfach vorbei zu fahren und mal eben ein Foto davon zu machen. Mit einer entsprechenden Graukarte und einer vernünftigen Kamera wäre dies kein Problem und man könnte in der entsprechenden Bildbearbeitungssoftware den Farbton bestimmen. Dies benötigt schon ein bisschen Hintergrundwissen und natürlich ist nun die einfachste Möglichkeit, seit dem ich den Datacolor ColorReader daheim habe, mit diesem dort eben vorbei zu spazieren, kurz ansetzen, Farbe bestimmen und weiter geht’s. Für einzelne Messungen eine super Sache und ich mit meinen kleinen Projekten kann mich dabei auch noch super selber organisieren. Jeder, der mich kennt, weiß wie gerne ich mit Metall arbeite. Nun stelle ich mir vor, dass ich der Chef eines kleinen Familienbetriebs bin und eine Privatperson einen kleinen Metallzaun im Vorgarten haben möchte. Aktuell stehen dort gemauerte Steinsäulen und dazwischen schon sehr marode Holzelemente, die ausgetauscht werden sollen. Also Kundentermin vor Ort, Farbton der Steine bestimmen und in der Farbpalette (RAL K7) dem Kunden einige Beispiele zeigen. Danach legt sich der Kunde für eine Farbe fest, ich dokumentiere alles sauber in der Mail und kann anschließend direkt eine Mail aus der App heraus an mein Büro verschicken, wo ich nachher am PC die Kalkulation machen kann.

Die beiden folgenden Screenshots aus der App zeigen meine Farbpaletten und dann die erstellte Farbpalette Gartenzaun. Dabei kann ich sowohl für jede Farbpalette einen Namen/Beschreibung vergeben und mit weiteren Notizen ergänzen und auch für jede Farbe eine Bemerkung hinterlegen. Was dabei möglich ist und wie sowas aussehen könnte, schaut ihr euch am besten selber mal an:

Man merkt dabei, dass die App schon sehr durchdacht ist, wenn man alle Funktionen mal gefunden hat. Dabei würde ich dem Kunden einfach die Farbpalette mit möglichen RAL Farben zeigen und daraus auswählen lassen:

Das rechte Bild zeigt den Link, welcher beim Teilen der Farbpalette generiert wird. Über diesen Link könnt ihr euch selber die Webversion anschauen.

Durch die Kombination von Datacolor ColorReader mit der App kann bereits eine Menge an Arbeiten digital erledigen werden. Man spart dadurch sich einiges an Zeit und ist wesentlich professioneller unterwegs.

Fazit

Anfangs war ich noch skeptisch, ob sich eine Anschaffung von fast 120 € wirklich lohnen kann, für ein Produkt welches für Anwendungsfälle gemacht ist, die man auch mit einem klassischen Farbfächer abfackeln kann. Man hat jedoch gegenüber einem Farbfächer wirklich eine Reihe von Vorteilen. Gerade in Zeiten, in denen mittlerweile auch ein Großteil der Handwerker mit Tablet, Smartphone oder auch Notebook unterwegs sind: sei es dabei zur Terminplanung (Mitarbeiterplanung), das Zeigen von Mustern und Beispielen zur Inspiration, der Angebotskalkulation oder einfach nur zum Telefonieren. Ist man nun Maler und Lackierer oder als Raumgestalter unterwegs, man steht immer wieder vor der Aufgabe, dass man eine Farbe bestimmen oder auch eine dazu passende harmonische Farbe finden muss.

Der Datacolor ColorReader ist mit seinen ca. 120 € Anschaffungspreis im Vergleich zu einem RAL K7 Farbfächer für 10 – 15 € ein eher teures Unterfangen, bietet aber jedoch einen erheblichen Mehrwert bei der Bestimmung der Farben (wesentlich schneller, Daten werden gespeichert und können später abgerufen werden). Nutzt man üblicherweise zur Farbbestimmung einen NCS Farbfächer, welcher mit ca. 150 € zu Buche schlägt, dann ist der ColorReader wahrlich eine günstige Anschaffung mit erheblichem Mehrwert.

Bist du ein handwerklicher Betrieb, der viel mit Farbfächer unterwegs ist, dann schau dir den ColorReader von Datacolor einmal genauer an. Für fast 120 € macht man meiner Meinung nach nicht viel falsch, gerade weil die Farbbestimmung zuverlässig und genau funktioniert und in der App doch einige ausgefeilte Funktionalitäten vorhanden sind.

 

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This article has 2 Comments

    1. Hallo Jessica,
      der Akku hält für 200-300 Messungen und kann problemlos über einen USB Anschluss (Micro USB Kabel) geladen werden.
      Gruß Marcel

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